"Wer wird einmal das Kloster übernehmen? Den Ruf des Herrn hören nur wenige in dieser lauten Welt."
Schwester Beatrice, geboren 1947, Eintritt ins Kloster Fahr 1969.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Es ist eine wichtige Suche, und ich bin immer noch auf der Suche."
Schwester Petra, geboren 1932, Eintritt ins Kloster Fahr 1954.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
Der Alltag der Frauen ist nach der benediktinischen Tagesordnung strukturiert. Gebetszeiten und Lesung wechseln sich mit Arbeit, Erholung und Essenszeiten ab.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Mein Freund war natürlich enttäuscht. Und mein Bruder konnte es nicht fassen."
Schwester Raimunda, geboren 1937, Eintritt ins Kloster Fahr 1959.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Päpstin will ich nicht werden. Aber sollten wir nicht mehr Mut zeigen?"
Priorin Irene, geboren 1965, Eintritt ins Kloster Fahr 1986.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
Schlichte Zelle einer Nonne mit dem Nötigsten zum Leben.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Wir Schwestern duzten uns jahrelang nicht, damit nicht zu enge Verbindungen entstehen konnten. Heute ist das längst anders."
Schwester Michaela, geboren 1934, Eintritt ins Kloster Fahr 1957.
Sie darf Hosen anstelle der Kutte tragen, da sie einen gelähmten Arm hat und sich nicht selbstständig ankleiden könnte.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Ich liess bewusst alles los. Sogar die Fotos von daheim verbrannte ich eines Tages. Von jenem Moment an war das Heimweh endgültig weg."
Schwester Verena, geboren 1938, Eintritt ins Kloster Fahr 1961.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
Messe in der Klosterkirche, die im Jahr 1746 im Rokokostil renoviert wurde.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Eine Klosterfrau, die viel gebetet hat in ihrem Leben, stirbt nicht a priori einfacher als die Menschen draussen. Loslassen ist ein sehr schwieriger Prozess."
Schwester Andrea, geboren 1941, Eintritt ins Kloster Fahr 1965.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
"Keine eigenen Kinder zu haben, wog schwer."
Schwester Matthäa, geboren 1946, Eintritt ins Kloster Fahr 1967
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
Im Kloster Fahr leben zurzeit 20 Nonnen. Nachwuchs ist gesucht und sehr schwer zu finden.
Christoph Hammer, www.christophhammer-photography.ch
Noch 20 Frauen leben im Kloster Fahr. Doch die Zukunft der Benediktinerinnen ist ungewiss – es fehlt der Nachwuchs. Die Nonnen fordern mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche.
Christoph Hammer (Fotos), Ester Unterfinger (Bildredaktion), Sibilla Bondolfi (Text)
Das Kloster FahrExterner Link wurde im Jahr 1130 gegründet und hatte bis heute Bestand. Doch im Orden der Benediktinerinnen gab es 2017 schweizweit nur noch eine einzige Novizin. Wie es mit dem Kloster Fahr weitergehen wird, ist daher noch offen.
Wie andere OrdensfrauenExterner Link kritisieren manche Nonnen des Klosters Fahr die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche und fordern mehr Mitbestimmung. «Die katholische Kirche hat nur Zukunft, wenn sie von Frauen und Männern gemeinsam getragen und geleitet wird», sagt beispielsweise die Priorin Irene. Im Mittelalter waren Klöster für Frauen die einzige Möglichkeit, ein bisschen Selbständigkeit und Freiraum zu gewinnen. Gleichzeitig war und ist die katholische Hierarchie sehr patriarchal.
Ein Tagebuch aus dem Klosterleben
In einem neu erschienenen BuchExterner Link erzählen Nonnen des Klosters Fahr aus ihrem Leben. Dieses ist klar strukturiert: Der Tag beginnt um 4.50 Uhr und ist bis abends durchgetaktet. Das Leben richtet sich nach den strengen Ordensregeln. Beim Eintritt ins Kloster legen die Frauen beispielsweise ihren echten Namen ab und erhalten einen neuen Namen. Im Buch erzählen die Nonnen, wie sie dazu kamen, als junge Frauen einen so radikalen Schritt wie den Eintritt ins Kloster zu wagen.
Das Buch erscheint zum 888-Jahr-Jubiläum des Klosters Fahr. Den Entscheid, ein Buch mit Bildern über ihr Leben im Klosterzu veröffentlichen, fällten die Frauen einstimmig. Mitmachen war freiwillig.
Das Kloster Fahr wurde im Jahr 1130 gegründet. Das Frauenkloster bildet zusammen mit dem Männerkloster in Einsiedeln ein benediktinisches Doppelkloster. Das Kloster Fahr liegt auf Aargauer Kantonsgebiet und ist von der Zürcher Gemeinde Unterengstringen umschlossen, in unmittelbarer Nähe der Stadt Zürich. Es betreibt Landwirtschaft und Weinbau und ist für seine Herstellung besonderer sakraler Textilien bekannt.
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