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12 Millionen Franken für kollektives Gedächtnis

An vielen alten Datenträgern nagt der Zahn der Zeit. swissinfo.ch

Der Bund wird die Erhaltung von alten Film- und Tondokumenten weiterhin unterstützen. Das Parlament hat dafür 11,7 Mio. Franken gutgeheissen.

Mit dem Geld soll die Arbeit des Vereins Memoriav, der sich um die Erhaltung audiovisueller Dokumente kümmert, für die nächsten vier Jahre finanziert werden.

Dem Kreditrahmen von 11,7 Mio. Franken stimmte der Nationalrat (grosse Kammer) am Dienstag mit 131 gegen 23 Stimmen zu. Der Vorschlag des Bundesrats (Landesregierung) war zuvor bereits von der kleinen Kammer angenommen worden.

Gedächtnis erhalten

Filme, Videos oder Tondokumente seien sehr wichtige Zeugen der jüngeren Vergangenheit, sagte der Sozialdemokrat Hans Widmer, Sprecher der Nationalrats-Kommission.

Eine Gesellschaft, die bedeutsame Gedächtniselemente verliere, gehe das Risiko ein, wichtige Bausteine ihrer Identität zu verlieren.

Chiara Simoneschi von der Christlich-demokratischen Volkspartei (CVP) fügte an, wer keine Erinnerung an die Vergangenheit habe, könne auch die Gegenwart nicht verstehen.

Der beschlossene Zahlungsrahmen gilt für die Jahre 2006 bis 2009 und soll dem Verein Memoriav helfen, seine Aufgabe im öffentlichen Interesse zu erfüllen.

Rechtlich regeln

Für das Engagement des Bundes bei Memoriav gab es bisher keine detaillierte rechtliche Grundlage.

Deshalb hatte die Regierung dem Parlament zusammen mit dem Zahlungsrahmen auch ein Bundesgesetz vorgelegt.

Diesem stimmte der Nationalrat als zweite Kammer mit 141 gegen 22 Stimmen zu.

Sammeln und Retten

Memoriav wurde 1995 gegründet, um gefährdete audiovisuelle Dokumente aus der jüngsten Geschichte der Schweiz zu erschliessen, zu retten und über ein Netzwerk zu vermitteln.

Damit soll ein wichtiger Bestandteil der kollektiven Identität des Landes bewahrt werden.

Fotos, Videos und Tondokumente sind besonders vom Zerfall bedroht, sei es wegen wechselnder Technologien oder der chemischen Zusammensetzung von Datenträgern. Besonders betroffen sind die alten Filme auf Nitrit-Basis. Ohne entsprechende Behandlung zersetzen sie sich innerhalb von 15 Jahren selbst.

Memoriav gehören heute 150 grösstenteils institutionelle Mitglieder an – neben dem Bund etwa die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), die Cinémathèque Suisse oder die Migros.

Als Gründungsmitglied hat der Bund Memoriav von Anfang an massgeblich unterstützt. Für 2002 bis 2005 waren dem Verein 12 Mio. Franken zugesichert worden, was 84% des jährlichen Vereins-Budgets entsprach.

swissinfo und Agenturen

Der Verein Memoriav wurde am 1. Dezember 1995 gegründet.

Unter seinem Dach sind rund 150 Schweizer Archive und Bibliotheken vereinigt.

Zu den Gründungs-Mitgliedern gehören unter anderen der Bund und die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG).

Das Parlament hat einem Kredit von 11,7 Mio. Franken zugestimmt, der den Verein in den nächsten vier Jahren unterstützen soll.

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