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In diesen Ländern wohnen keine Schweizer

Tuvalu
Seit 2023 ist auf Tuvalu, einem Inselstaat im Südpazifik, keine Schweizer:in mehr registriert. Keystone

Schweizerinnen und Schweizer sind überall auf der Welt verteilt. Nur in fünf Ländern lebt zurzeit kein:e Auslandschweizer:in – zumindest offiziell. Ein Blick in die neuste Auslandschweizer-Statistik.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die neusten Zahlen zur Fünften SchweizExterner Link publiziert. Diese bestätigen den Trend der letzten Jahre: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer – in allen Altersklassen – leben im Ausland. Gegenüber 2023 stieg der Anteil der Auslandschweizer:innen um 13’300 Personen (+1,6%).

Auslandschweizer-Statistik infografik
Kai Reusser / SWI swissinfo.ch

Ausser 2017 nahm die Bevölkerungszahl der Fünften Schweiz seit 2002 kontinuierlich zu: Sie stieg von 598’000 im Jahr 2002 auf 826’700 Auslandschweizer:innen im Jahr 2024.

Mit dieser Bevölkerungszahl bliebe die Diaspora hinter dem Kanton Waadt theoretisch der viertgrösste Kanton der Schweiz.

>> Erfahren Sie mehr über die Entwicklung und Zusammensetzung der Fünften Schweiz:

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Die Schweizerinnen und Schweizer – ein Volk von Auswandernden? In der Tat: In 192 der 197 in der Statistik aufgeführten Länder weltweit haben sich Schweizer Staatsbürger:innen niedergelassen.

Nur in fünf Nationen leben zurzeit keine Auslandschweizer:innen – zumindest offiziell. Das geht aus der neusten Statistik des BFSExterner Link hervor.

In der Statistik erscheinen die Schweizer:innen, die keinen Wohnsitz in der Schweiz haben und sich gemäss AuslandschweizergesetzExterner Link bei der zuständigen Vertretung des jeweiligen Landes im Auslandschweizerregister eingetragen haben.

Auch Schweizer:innen, die etwa für das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA im Ausland arbeiten – wie Diplomat:innen oder konsularische Mitarbeitende – fallen in diese Kategorie.

Wo die Fünfte Schweiz noch nie Fuss fasste

Nur in einem einzigen Land lebten seit der Datenerfassung des BFS in den letzten 31 Jahren nie Auslandschweizerinnen oder Auslandschweizer: Im kleinen Inselstaat Nauru im Pazifischen Ozean, nordöstlich von Australien – 14’473 Kilometer von der Bundesstadt Bern entfernt.

Grafik Auslandschweizer
Kai Reusser / SWI swissinfo.ch

Nauru ist mit nur 21 Quadratkilometern der drittkleinste Staat der Welt. Die Insel mit den heute rund 12’000 Bewohner:innen galt in den 70er-Jahren als reichstes Land der Welt, da sie vom Verkauf ihres Bodenschatzes Phosphat profitieren konnte.

Heute ist das Phosphatvorkommen erschöpft und Nauru gehört mittlerweile zu den ärmsten Ländern weltweit. Auch geriet das Land in die Schlagzeilen, weil Australien ein Flüchtlingslager auf der Insel unterhielt, oder weil Nauru eine der höchsten Diabetesraten der Welt hat.

Hier leben seit langem keine Schweizer:innen mehr

Seit 2003 lebt auf Tuvalu – ebenfalls ein Inselstaat im Pazifischen Ozean mit knapp 10’000 Einwohner:innen – keine Schweizerin oder kein Schweizer mehr.

Zwischen 1995 und 2002 war im viertkleinsten Land der Welt aber ein einziger Auslandschweizer oder eine einzige Auslandschweizerin zu Hause.

Turkmenistan
Das isolierte, energiereiche zentralasiatische Land Turkmenistan hat 2015 eine mit Blattgold überzogene Statue des Präsidenten enthüllt. Hier sind seit 2016 keine Schweizer Staatsangehörige mehr gemeldet. Keystone/AP

In Turkmenistan ist seit 2016 keine Schweizer Person mehr registriert. Die präsidiale Republik liegt in Zentralasien und grenzt an das Kaspische Meer, Iran, Afghanistan, Usbekistan und Kasachstan.

2010 lebten einmal acht Schweizer Staatsbürger:innen im autoritären Staat, der für seine Erdgasvorkommen bekannt ist. Auch die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit Deza unterhielt nie ein Büro vor Ort.

Die Pandemie sorgte für Abwanderung

Auf den Inselstaaten Marshallinseln und Palau sowie in Nordkorea waren bis zum Ausbruch der Pandemie 2020 ganz wenige Schweizer:innen auf den zuständigen Vertretungen gemeldet.

Bis 2020 lebten ein:e, manchmal auch zwei Auslandschweizer:innen auf den Marshallinseln. Die Republik liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Hawaii und den Philippinen im Pazifik. Seit 2021 sind keine helvetischen Staatsangehörigen mehr auf die Insel zurückgekehrt.

Anders auf Palau. Ende 2020 meldeten sich die drei Schweizer:innen vom Inselstaat im Pazifischen Ozean ab. Wir konnten sie kontaktieren. «Nach Corona-bedinger ‹Flucht› aus Australien und später aus Ghana sind wir nun in der Schweiz», schreibt die Meeresbiologin Vanessa Jaiteh auf Anfrage von SWI swissinfo.ch.

Unsere E-Mail erreichte Jaiteh im Urlaub. Auf Palau. «Wir wollten unseren Kindern ihre erste Heimat zeigen», schreibt Jaiteh. Aber sonst lebe sie mit ihrer Familie mittlerweile im Berner Oberland, «mit Blick auf den Thunersee».

Seit 2023 ist jedoch wieder eine Schweizerin oder ein Schweizer auf Palau gemeldet. Jaiteh weiss nicht, um wen es sich dabei handeln könnte. «Mir wurde auch nichts von Freunden berichtet, dass hier andere Schweizer:innen leben würden.»

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Abzug der Deza aus Nordkorea

In Nordkorea sind seit 2022 keine Schweizer:innen mehr in der Auslandschweizerstatistik zu finden. Zuvor waren seit der Datenerfassung immer einige Schweizer Bürger:innen im totalitären Staat gemeldet.

Die Schweiz engagierte sich seit 1995 in der Demokratischen Volksrepublik Korea, wie auf der Webseite der DezaExterner Link zu erfahren ist.

Das Engagement der Deza in Nordkorea begann damals mit humanitärer Hilfe für die von der schweren Hungersnot in den 1990er-Jahren betroffene Bevölkerung. Seither liefert die Schweiz beispielsweise Milchpulver an das Welternährungsprogramm der UNO in Nordkorea.

Die Schliessung des Kooperationsbüros der Deza in der Hauptstadt Pjöngjang führte schliesslich zur vorerst endgültigen Abwanderung der Schweizer:innen nach Ausbruch der Corona-Pandemie.

Die Schweiz sistierte ihre Projekttätigkeit im Land, nachdem Nordkorea die Grenzen wegen der Pandemie geschlossen hatte.

Seit März 2020 ist die Einreise ins Land ohnehin nicht mehr erlaubt. «Über den weiteren Verlauf der Schweizer Tätigkeit in Nordkorea wird entschieden, nachdem Deza-Mitarbeitenden die Einreise wieder erlaubt ist», schreibt die Deza auf ihrer Webseite.

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Gastgeber/Gastgeberin Melanie Eichenberger

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Nur in fünf Nationen leben zurzeit keine Auslandschweizer:innen – zumindest offiziell. Sind Sie auch die oder der einzige Auslanschweizer in Ihrer Region? Erzählen Sie es uns.

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Hier lebt genau eine Schweizer Person

Der Blick in die Auslandschweizerstatistik zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer immer wieder eine Heimat in weiter Ferne finden können. So lebt etwa ein einziger Schweizer auf den Föderierten Staaten von Mikronesien.

Über den einzigen Auslandschweizer auf Yap – einer von vier Inselstaaten im westlichen Pazifik – ist schon mehrfach berichtet worden. Fredy Gull lebt gemäss Tages-AnzeigerExterner Link seit über 20 Jahren auf der Insel.

Dort braut der 79-Jährige Bier für Tourist:innen und weiss trotz der Distanz von 12’951 Kilometern zur Schweiz noch bestens Bescheid über seine alte Heimat.

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