Die Uhrenliebhaber Benjamin Lavizzari (links) und Raphael Rapin aus Genf haben mit Valpin eine eigene Uhrenmarke geschaffen, die sie im Rahmen des "Watch Incubator" an der Baselworld präsentieren.
Carlo Pisani
Baselworld, die von vielen traditionellen Uhrmachern ins Leben gerufen wurde, lanciert in diesem Jahr eine neue Plattform, um rund zwanzig Start-ups der Uhrenindustrie zu präsentieren. Diese und andere Massnahmen sollen der grössten Uhrenmesse, die derzeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, neuen Aufschwung verleihen.
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Ich leite ein mehrsprachiges Team, das über die aktuelle Themen der Auslandschweizer:innen berichtet und sie mit den nötigen Informationen versorgt, damit sie am politischen Leben in der Schweiz teilnehmen können.
Nach meinem Studium der Politikwissenschaften in Neuenburg und Bern habe ich meine ersten Erfahrungen im Multimedia-Journalismus bei Teletext und später bei RTS gesammelt. Seit 2008 arbeite ich bei SWI swissinfo.ch in verschiedenen journalistischen und leitenden Funktionen.
Der in Afrika aufgewachsene Filmemacher aus Italien bezeichnet die Schweiz heute als seine Heimat. Carlo studierte Filmregie an der Nationalen Filmschule in Italien, danach arbeitete er als Dokumentarfilm-Redaktor sowie als Regisseur/Produzent in Berlin und Wien. Er gestaltet Multimedia-Beiträge zu fesselnden Erzählungen.
Um zu überleben, muss sich BaselworldExterner Link neu erfinden. Die traditionelle jährliche Uhren- und Schmuckmesse, die derzeit in Basel (21. bis 26. März) stattfindet, hat in den letzten zwei Jahren mehr als die Hälfte ihrer Aussteller verloren. Der Überlauf der Swatch Group und ihrer 18 Marken kam im vergangenen Sommer in Basel wie ein Blitz aus heiteren Himmel. «Ich denke, wir haben mit 500 Ausstellern den Tiefpunkt erreicht», sagt Michel Loris-Melikoff, der neue Direktor der Messe.
Diese Ausgabe der Messe fällt in eine Übergangsphase. Ab 2020 soll sie dann in völlig neuer Gestalt stattfinden. «Ich möchte Baselworld zu einer Kommunikations- und Experimentier-Plattform machen, die alle Akteure der Uhrenbranche wirklich integriert: Marken, Lieferanten, Einzelhändler, Journalisten, Meinungsbildner, Konsumenten, etc. Dieser Mix macht die Show interessant», sagt Loris-Melikoff im Interview mit swissinfo.ch.
Der neue Chef der Messe hält die Strategie des ehemaligen Managements in Bezug auf den Uhren-Zulieferbereich für «unverständlich». Seit Jahrzehnten waren die Hersteller von Komponenten und Werkzeugen im Jurabogen die tragenden Säulen des Anlasses. Aber dann schlugen sie aufgrund überhöhter Preise und mangelnder Anerkennung der Organisatoren die Tür zur Baselworld zu.
Zuliefer-Betriebe riefen im vergangenen Jahr in La Chaux-de-Fonds eine eigene Messe ins Leben, die zur gleichen Zeit durchgeführt wird wie jene in Basel. «Ich nahm mein Auto und ging zu ihnen, um ihnen Vorschläge zu unterbreiten, in der Hoffnung, dass sie nächstes Jahr nach Basel zurückkehren», sagt Loris-Melikoff.
Inkubator für die Uhrmacher
Auch in Zukunft wollen die Organisatoren den neuen Akteuren der Branche mehr Raum geben. Für 2020 ist eine Zusammenarbeit mit den Uhrmacherschulen der Schweiz und des benachbarten Frankreichs geplant.
In diesem Jahr konnten rund zwanzig junge Unternehmen und Uhren-Start-ups ein neues Format, den Watch IncubatorExterner Link, nutzen, um ihre Marke zu präsentieren, und von der internationalen Beachtung der Messe profitieren.
Dank Vorzugskonditionen – knapp 4000 Franken pro Standort – konnten die Stände in nur zehn Tagen aufgestellt werden. «Das Feedback ist so positiv, dass wir bereits jetzt planen, im nächsten Jahr einen ähnlichen Inkubator für Schmuck und Edelsteine zu bauen», sagt Loris-Melikoff.
swissinfo.ch traf drei Unternehmer, die mit diesem «Inkubator» ihre Marke bei den Messebesuchern bekannt machen wollen.
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